
Der Steinkauz (Athene noctua) gehört zu den kleineren Eulenarten und bevorzugt offene Kulturlandschaften. In Deutschland findet man ihn fast ausschließlich auf Streuobstwiesen mit alten Obstbäumen, deren Höhlen und Astlöcher er als Brutplätze nutzt. Damit ist er ein wichtiger Indikator für die Qualität unserer dörflichen Kulturlandschaft.
Leider ist der Bestand stark gefährdet: Die Rodung alter Streuobstbäume und ganzer Wiesen zerstört seinen Lebensraum und nimmt ihm die Nistmöglichkeiten. Hinzu kommen die Ausdehnung der Dörfer, die Aufgabe der traditionellen Wiesenpflege sowie zunehmender Verkehr und der Einsatz von Pestiziden. Auch in unserer Region nimmt die Zahl alter, höhlenreicher Obstbäume rapide ab.
Um dem Steinkauz zu helfen, hat die NABU-Ortsgruppe Nagold/Altensteig 2016 mit Spendengeldern die ersten Steinkauzröhren angeschafft und aufgehängt. Inzwischen hängen 35 Röhren an geeigneten Obstbäumen in mehreren Orten. Ein besonderer Erfolg war die Wildbrut von 2018 in einem alten Apfelbaum, bei der vier Jungvögel erfolgreich flügge wurden.
Bei der Reinigung der Steinkauzröhren im Gebiet Rotfelden im Herbst 2025 fanden sich in sechs Röhren eindeutige Spuren von Steinkäuzen – darunter sogar ein Brutnachweis. Für unsere NABU-Gruppe ist dies ein vorläufiger Höhepunkt des Projekts. Die aktuellen Funde lassen hoffen, dass sich weitere Steinkäuze oder sogar Paare in der Region niederlassen.
Wenn Sie eine Streuobstwiese mit alten Beständen besitzen, lassen Sie die Bäume möglichst lange stehen. Zu einer artenreichen Wiese gehören auch Totholz und hohle Stämme als Nistgelegenheiten.